7 inspirierende Tipps von führenden Experten im Visual Merchandising

Images courtesy of Benjamin Shine

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Visual Merchandising (VM) ist getrieben von dem Bedürfnis, die Kunden immer wieder zu überraschen und zu inspirieren. Einige notwendige Grundlagen des Visual Merchandising sind wohlbekannt - zum Beispiel Auslagethemen, Gruppierungen und Farben. Damit Visual Merchandising jedoch wirklich erfolgreich ist, muss es das Sortiment einer Marke hervorheben und das Einkaufserlebnis allgemein verbessern.

Das Hauptziel von Visual Merchandising ist, Ihre Verkaufsfläche so zu präsentieren, dass es den Absatz steigert.

Daher kann es nicht oft genug betont werden, wie wichtig es ist, dass die Auslage visuell ansprechend ist. Und wer könnte besser erklären, wie man professionelle Designs erstellt und in die Praxis umsetzt, als die visionären Experten aus diesem Bereich?

Alle Macht dem Kunden

Der Hauptgrund, warum Sie im Einzelhandel so viel Wert auf Visual Merchandising legen sollten, ist, dass es Kunden anzieht und inspiriert, mehr Ihrer Produkten zu kaufen, was Absatz, Gewinn und Rentabilität der Verkaufsflächen steigert.

Omar Pallante CEO von Arte Vetrina Project erklärt:

“Visual Merchandising hat heute eine stärkere strategische Rolle, nicht nur was attraktive Produktplatzierung angeht, sondern auch die Logik, die hinter dem Verkauf steht. Indem man den Zusammenhang zwischen Produktverteilung und Verkaufsvolumen beobachtet, erhält man wichtige Informationen über das Produkt und wie es im Laden präsentiert werden sollte.”

Die Rolle des VM sollte nicht unterschätzt werden.

Auch Eric Feigenbaum, Leiter von Embrace Design, unterstreicht die Wichtigkeit von Visual Merchandising:

Wenn wir das Design für ein Geschäft erstellen, wollen wir nicht nur einen Verkaufsort schaffen, sondern ein Gesamterlebnis. Gutes Visual Merchandising erzählt Geschichten und entführt den Kunden an andere Orte, in andere Zeiten und Gefühlswelten. Erfolgreiches Visual Merchandising schafft einprägsame Momente, neue Ausblicke und Perspektiven.

Stellen Sie sich den Besuch des Kunden als eine Reise vor. Je besser es uns gelingt, die Kunden auf ihrem Weg zu verlangsamen, desto mehr werden sie entdecken. Im besten Fall kann man diktieren, wo die Kunden ihre Zeit verbringen.

Produktpräsentation Jenseits der "Rule of Three"

Wir alle kennen die bewährte Dreier-Regel. Dies ist zwar eine altbewährte Technik in der Präsentation von Produkten, doch es geht um viel mehr, als nur Modepuppen anzukleiden und zu gruppieren.

Visual Merchandising ist eine spannende und kreative Form von Marketing, die mit Produktplatzierung und Styling arbeitet.

 
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Indem die Produkte strategisch angeordnet werden, beeinflusst man das Denken der Kunden von "Ich will dieses Produkt" zu "Ich brauche es".

Tracy Flynn Downing von Ace Designs erklärt:

Das Wichtigste ist, visuell ansprechende Eindrücke zu schaffen, wobei die Kunden nicht einfach nur im Laden stehen, sondern zu einer emotionalen Verbindung geführt werden wer sie sind, wer sie sein möchten und wie sie sich fühlen möchten. Indem man zum Beispiel die Ärmel eines Hemds hochkrempelt, sieht der Kunde plötzlich nicht mehr einfach nur ein Hemd an einer Schaufensterpuppe, sondern er sieht sich selbst, der dieses Hemd kauft, seine Ärmel hochkrempelt und einen Strandspaziergang macht."

Weiter sagt sie:

Selbst Details wie der Winkel der Hemden auf dem Tisch machen einen großen Unterschied - so kann entweder ein entspanntes, lässiges Gefühl vermittelt werden oder ein Gefühl von Ordnung und Struktur.”

Solche Dinge helfen auch, Kunden einen positiven Eindruck von der Marke zu geben, so dass sie den Laden in Zukunft erneut besuchen.

Cleverer Einsatz von Technologie

Konsumenten nehmen heute ihr Einkaufserlebnis mehr und mehr selbst in die Hand - über ihre bevorzugten Geräte und Kanäle informieren sie sich schon vor dem Besuch im Laden und wissen so genau, was sie wollen.

Aber der technologische Fortschritt macht nicht nur die Kunden anspruchsvoller, sondern führt auch dazu, dass sich das konventionelle Visual Merchandising neu erfinden muss. Die Tatsache, dass die Unternehmen heute die in den Geschäften gezeigten Informationen jederzeit ändern können, hat zu einem grundlegenden Wandel im Visual Merchandising geführt.

Eric Feigenbaum erklärt, "Erfolgreiche Ladenbesitzer nutzen den gesamten Laden als Kommunikationsmittel und setzen Technologie auf strategische Weise ein, um den Dialog mit ihren Zielkunden zu erweitern. Es sind die visionären Einzelhändler und Visual Merchandiser die flink und fortschrittlich sind, die Erfolgreich sein werden."

Von Mediendisplays bis hin zu interaktiven Böden müssen die Unternehmen die neuesten Trends der digitalen Technologie nutzen, um für ihre Kunden, deren Leben zunehmend vernetzt ist, relevant und attraktiv zu bleiben und gleichzeitig neue Kunden zu gewinnen.

Zu Spontankäufen ermutigen

Wie oft kommt es vor, dass Sie einkaufen gehen und "nur diese eine Sache" brauchen, jedoch am Ende einen ganzen Wagen voll unnötiger Dinge haben? Adieu, Selbstkontrolle. Hallo, Impulskäufe!

Studien zufolge sind fast 80 Prozent aller Käufe Impulskäufe. Deshalb profitieren Einzelhändler und Ladeninhaber von allen Ausstellungsstrategien, die Kunden zu solchen ungeplanten Käufen verleiten.

Diese führen nicht nur dazu, dass mehr Produkte im Einkaufskorb landen, sondern lenken auch die Aufmerksamkeit der Kunden auf die verschiedenen Angebote im Laden, was letzten Endes ebenfalls zu mehr Einkäufen führt.

Clustering, also das Kombinieren von Produkten, ist ein Weg, Interesse zu wecken.

 
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Indem verschiedene Artikel in einer Szene oder einem Outfit zusammengestellt werden, zeigt man den Kunden, wie diese getragen werden könnten.

Debra Templar, Merchandising-Guru und Inhaberin von The Templar Group, erklärt, warum der sogenannte "Stille Verkauf" so überzeugend sein kann:

Visual Merchandising kann aus einem Shopper einen Käufer machen. Und es erhöht auch den Betrag, den Kunden durchschnittlich pro Kauf ausgeben. Wirksam zusammengestellte Auslagen zeigen den Kunden, wie sie verschiedene Basics und Accessoires kombinieren können, um ihre Neuerwerbungen besonders zur Geltung zu bringen. Mit gutem Merchandising kommt es nicht selten vor, dass ein Kunde sagt: "Ich will das ganze Outfit!" Das ist Silent Selling. Die Macht des Visual Merchandising.

Schaufenster erlauben den Blick in die Seele Ihres Ladens

Der Kundenkontakt beginnt, bevor die Kunden das Geschäft überhaupt betreten. Doch da heutzutage jeder die meiste Zeit in sein Smartphone vertieft ist, haben Sie nur einige Sekunden, um die Aufmerksamkeit der Kunden zu erregen.

Deshalb ist das Schaufenster die erste und wichtige Gelegenheit ihr Interesse zu wecken. Das Ziel ist dabei zunächst, dass der Kunde stehenbleibt.

"Schaufenster sind wie ein guter Gastgeber - ein lächelndes Gesicht, das die Vorbeigehenden grüßt, und stetig im Wandel der Jahreszeiten." – Debra Templar

Dies heißt jedoch nicht, dass die Schaufensterdekoration viel Geld kosten muss.

"Hier geht es nicht um Kosten, sondern um Energie, Stolz und Fantasie. Ein dynamisches Schaufenster erfordert kein großes Budget. Die kreativsten Auslagen entstehen häufig aus einem beschränkten Budget, weil man dann seinen Einfallsreichtum bemühen muss, anstatt tiefer in die Tasche zu greifen."

Frische und innovative Ideen im Merchandising

Der Schlüssel für erfolgreichen Verkauf liegt darin, die Erwartungen der Kunden zu übertreffen. Sie möchten jedes Mal, wenn sie in Ihr Geschäft kommen, etwas Neues sehen. Deshalb ist es für Einzelhändler unabdingbar, ständig neue und kreative Ideen für die Präsentation ihrer Produkte zu haben - und diese auch wirksam umzusetzen.

Bleibt die Produktauslage über viele Wochen hinweg unverändert, dann stagniert nicht nur der Umsatz, sondern es kann auch dazu führen, dass Kunden das Geschäft weniger häufig besuchen.

Die regelmäßige Erneuerung des Merchandising hilft außerdem, auf kreative Art und Weise mit den Produkten zu arbeiten und herauszufinden, wie eine Marke in den Augen der Kunden besonders gut hervorgehoben werden kann.

“Eine gute Produktauslage ist neu, spannend und einprägsam – und ändert sich wieder, bevor sie allzu vertraut oder angestaubt oder bereits wie ein Teil der Umgebung wirkt.”  – Debra Templar

Aber es geht um mehr als nur regelmäßig neue Ausstellungsstücke. Achten Sie darauf, dass die Ladenfläche tadellos ordentlich und sauber ist.

 
 
 
Selbst Details wie der Winkel der Hemden auf dem Tisch machen einen großen Unterschied – so kann entweder ein entspanntes, lässiges Gefühl vermittelt werden oder ein Gefühl von Ordnung und Struktur.
— Tracy Flynn Downing
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Dies sollte immer oberste Priorität haben. Eine schwache Präsentation führt zu einem schlechten ersten Eindruck und dadurch zum Verlust von Kunden und möglichem Absatz.

Debra erklärt: “Das Maß an Sorgfalt und Instandhaltung verrät sehr viel über Ihre Einstellung zu Ihrem Geschäft und Ihren Kunden.”

Lassen Sie sich inspirieren

Ein kreativer Geist findet Inspiration überall. Konkurrenzrecherche bedeutet mehr als nur in den Laden gegenüber zu gehen. Sie findet auch in Cafés, Hotels, Feinkostläden oder unabhängigen Modeboutiquen statt.

Halten Sie Ihre Augen offen und lassen Sie sich von der Welt um Sie herum stimulieren - vielleicht finden Sie Ihre nächste große Idee für VM in einer Kunstgalerie, einem Restaurant oder in der Architektur.

Marica Gigante, Beraterin und Trainerin für Visual Merchandising erklärt einige Details dazu:

"Sie können jede Menge lernen, indem Sie die Arbeit von anderen im Bereich Visual Merchandising mit ehrlichem Blick beobachten und ohne Neid oder Eifersucht analysieren. Wenn man genau hinsieht, kann man von besonders gelungenen Auslagen und auch von den Fehlern anderer lernen, als wären es die eigenen."

Vergessen Sie außerdem nicht die Sozialen Medien, sowohl als Informationsquelle als auch Kanäle, über die Sie Ihre Ideen und Kreationen mit anderen teilen können.

Auf die Umsetzung kommt es an

Visual Merchandising ist zu Recht eine bekannte und bewährte Methode im Einzelhandel.

Kunstvoll angewendet kann es die Persönlichkeit ihres Ladens prägen und die Identifikation mit einer Marke stärken.

Mit einigen grundlegenden Schritten können Marken Ihre Produkte hervorheben, mit den Kunden kommunizieren und den Umsatz steigern. Gleichzeitig, betont Marica, sollte man sich nicht entmutigen lassen, wenn eine Auslage einmal nicht so gut funktioniert.

"Es ist wichtig, aus bewährten Vorgehensweisen zu lernen aber noch wichtiger, aus unseren Fehlern zu lernen."
 
 

 

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