Gewusst wie: Einzelhandelsflächen im Fokus Nachhaltigkeit designen

 
 Banks Journal Flagship Store in LA. Die perfekte Verbindung von sauberer und minimaler Ästhetik mit natürlichen Materialien.

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Die Zeiten, in denen der einzige Zweck einer Marke darin bestand, Waren zu produzieren und zu verkaufen, sind Geschichte. Der Wunsch der Kunden, dass Unternehmen ethische und ökologische Themen behandeln, wird immer größer und zwingt zu einem Umdenken.

Die Rolle von Unternehmen in der Gesellschaft verändert sich. Auf der Grundlage der Globalisierung und internationaler Aktivitäten von Unternehmen, fokussieren sich die Verbraucher zunehmend auf den Ruf eines Unternehmens. Als "neues Konsumverhalten" bezeichnet, denken Verbraucher tief darüber nach, was sie wirklich schätzen, bevor sie einkaufen. So entsteht ein umfassendes Verständnis für ernste Themen wie Nachhaltigkeit, Authentizität und Transparenz.

Ein Bericht von Unilever hat bereits im vergangenen Jahr ein geschätztes Marktpotenzial von 966 Mrd. EUR für Unternehmen nahegelegt, die sich über ihre Nachhaltigkeitsleistung im Klaren sind. So ist es durchaus vorstellbar, dass der Anspruch an Transparenz so hoch ist wie nie zuvor und weiterhin ansteigt.

Viele Marken sind bereits dabei Industrien in nachhaltigere und sozial verantwortlichere (Corporate Social Responsibility) zu verwandeln. TOMS zum Beispiel lebt eine 1-zu-1-Philosophie. Mit jedem Paar Schuhe, welches verkauft wird, wird einem Kind in Not ein Paar geschenkt. People Tree setzt auf faire Handelspraktiken und unterstützt Produzenten in Entwicklungsländern bei all seinen Verfahren.

Eine Rolle in nachhaltigen Praktiken zu spielen, ist entscheidend, wenn sich eine Marke in der Öffentlichkeit und bei bestimmten Zielgruppen profilieren will. Dies kann sich in starke Kundenbeziehungen vertiefen.

Brick und Mortar Läden sind das Aushängeschild für die Identität einer Marke und tragen wesentlich zum Aufrechterhaltung eines einheitlichen Markenimages bei. Deshalb sollte sich Nachhaltigkeit nicht nur auf Produktionsprozesse oder Arbeitsbedingungen konzentrieren, sondern auch auf die Gestaltung des Ladens selbst.

Wenn es darum geht, Verkaufsräume nachhaltig zu gestalten, ist es wichtig, zu bedenken, dass dies nichts mit "weniger tun"  zu tun hat (Daan Roosegaarde, Künstler). Die Notwendigkeit besteht darin, "mehr zu tun". Roosegarde erklärt dies am Beispiel von Flugzeugen - statt weniger zu fliegen, designt man einfach bessere Flugzeuge.

Wie gestalten Sie Ihre Verkaufsflächen zu nachhaltigen Akteuren am Markt? Wir bieten Ihnen 7 Tipps, wie Sie im stationären Handel nach dem Motiv "go green“ handeln können.

 

 Bottletops Flagshipstore in London. Das Muster der Wände und der Decke besteht aus Reflow-Filamenten, die vollständig aus Kunststoffabfällen bestehen. Foto von © Bottletop

Bottletops Flagshipstore in London. Das Muster der Wände und der Decke besteht aus Reflow-Filamenten, die vollständig aus Kunststoffabfällen bestehen. Foto von © Bottletop

1. Verwendung von recycelbarem Material in der Schaufenstergestaltung

Damit tragen Sie nicht nur zum Schutz der Umwelt bei, sondern setzen bereits in Ihrem Schaufenster ein nachhaltiges Zeichen. Bekanntlich sind die Augen die Fenster zur Seele – Schaufenster sind ebenso aufschlussreich. Sie können so kreativ sein wie Sie wollen, verwenden Sie die Kunst von Visual Merchandising und „go green“!

2. Natürliche Elemente in der Innenraumgestaltung verwenden

Da die Innenraumgestaltung den Schlüsselaspekt des Ladengeschäfts bildet, ist die Ladeneinrichtung ein Kernelement und repräsentiert Ihre Markenidentität. Integrieren Sie Pflanzen in Ihre Raumgestaltung. Sie schaffen eine heimelige und frische Atmosphäre. Grüne Elemente fördern ebenfalls positive Emotionen und Wahrnehmung des Kunden.

3. Verwenden Sie so viel wie möglich natürliches Licht

Natürliches Licht schafft nicht nur eine angenehme Atmosphäre in Ihrem Geschäft, sondern hilft Ihnen auch, viel Geld und Energiekosten zu sparen. Wahrscheinlich schalten nicht alle Ihre Mitarbeiter das Licht aus, wenn sie einen Raum verlassen, welcher während der Arbeitszeit wenig genutzt wird (z.B. Personalraum, Lager etc.). Eine Lösung hierfür können automatische Lichtsteuerungen und Sensoren sein, die die Energieeinsparung bei Nichtgebrauch erhöhen.

4. Effizientes Heizen und Kühlen

Hier gilt das Gleiche. Sie müssen Ihren Laden nicht ständig heizen oder kühlen. Die Systeme können viel Energie verbrauchen. Wie wäre es mit der Installation eines programmierbaren Thermostaten? Auf diese Weise können Räume mit geringem Energieverbrauch wie Lagerräume oder Personalräume an die gewünschte Temperatur angepasst werden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist es, Ihren Luftfilter regelmäßig zu wechseln. Wechseln Sie den Filter, sobald er schmutzig aussieht, mindestens alle drei Monate ist allerdings Pflicht.

5. Papierlos mit E-Mail-Belegen

 Die traditionelle Quittung zu verbannen hilft Ihnen nicht nur dabei umweltfreundlich zu handeln, sondern entlastet auch die Geldbörsen Ihrer Kunden, die mit Papier überfüllt werden. Es haben sich schon so einige Einzelhändler für die Verwendung von E-Mail-Belegen entschieden. Kunden geben ihre E-Mail-Adresse an der Kasse auf einem iPad ein und die Quittung wird ihnen automatisch zugestellt. Zusätzlich haben Sie die Möglichkeit, sich für Ihr Kundenbindungsprogramm oder Ihren Newsletter anzumelden. So bauen Sie Ihr Kundennetzwerk aus (natürlich erst nachdem Sie die Zustimmung dazu erhalten haben - kleiner DSGVO-Hinweis).

6. Unterstützung von wiederverwendbaren Jutebeuteln

Kunden entscheiden sich bewusst dafür, nicht jedes Mal eine neue Plastiktüte mitzunehmen, wenn sie einkaufen gehen. Sie nehmen wiederverwendbare Taschen mit. Warum produzieren und bieten Sie sie nicht selbst an? Auf diese Weise können Sie auch Ihre Markenbekanntheit steigern. Stellen Sie sich vor, Kunden laufen mit einem Jutebeutel durch die Stadt, auf dem Ihr Logo abgebildet ist. Diese wiederwendbaren Beutel gewinnen immer mehr an Bedeutung, nicht nur aus einer nachhaltigen, sondern auch aus einer modischen Perspektive. Springen Sie auf den Nachhaltigkeits-Zug!

 Modische Jutebeutel dominieren die Straßen. Foto © Camaloon

Modische Jutebeutel dominieren die Straßen. Foto © Camaloon

7. Das wichtigste zum Schluss: Kommunikation ist alles!

Alle Ihre Bemühungen bleiben nutzlos, wenn Sie diese nicht kommunizieren! Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg. Veröffentlichen Sie Ihre Nachhaltigkeitsstrategien auf der Website Ihres Unternehmens, verbreiten Sie sie über Social Media und integrieren Sie diese in die Gespräche mit Ihren Kunden vor Ort. Wie wir alle wissen, ist Mundpropaganda - offline und online - das effizienteste Marketing.


Sind Sie bereit, die Gestaltung Ihres Einzelhandels auf ein nachhaltiges Niveau zu bringen? Erfahren Sie mehr darüber, wie unsere Lösungen Ihrem Unternehmen helfen können.