Mehrwert für das physische Geschäft schöpfen: Was Retail-Designer vom Aufstieg des E-Commerce lernen können


 

Geschrieben von Ashley Craig

retail-offline-online-business


Aufgrund des schnellen Aufschwungs des Onlinegeschäfts haben für viele Einzelhändler im konventionellen Geschäft die Alarmglocken geläutet in der Angst, ihre Relevanz zu verlieren. Leider war es für manche von Ihnen schon zu spät, wie man an Beispielen von Toys „R“ Us, Payless und Poundworld gesehen hat. Nichtsdestotrotz, wenn man hinter die Fassaden der Panikmache blickt, wird einem bewusst, dass der physische Handel keineswegs dem Ende entgegenblickt, sondern sich vielmehr neu entwickelt. Diejenigen, die nicht an die digitale Wiedergeburt glauben, sind im Endeffekt diejenigen, die auf der Strecke bleiben werden.

Forbes enthüllte, dass Online-Verkäufe gerade einmal 8,1 % des Gesamtumsatzes in Amerika ausmachen¹. Dies bedeutet, dass Kunden immer noch „real-life“ Shopping bevorzugen. Der physische Handel übernimmt also immer noch einen großen Teil auf dem Markt. Zurzeit bieten allerdings nur 28% der kleineren Unternehmen Online-Verkauf an, was bedeutet, dass sie an dieser Stelle die Möglichkeit verpassen, eine größere Zielgruppe zu erreichen und Verkäufe im Internet einheimsen.

Um ihren Vorsprung weiterhin einzuhalten, müssen Marken und Unternehmen lernen, mit digitalen Technologien lernen umzugehen, aber immer noch von ihrer physischen Qualität Gebrauch zu machen. Aber wie können Händler dies erreichen, ohne im virtuellen Lärm zu ersticken?

 

Geben Sie Ihren Kunden einen Grund dafür, offline zu gehen.

Auch wenn Online-Plattformen zum Shoppen ohne jeden Zweifel praktischer sind, gibt es immer noch genug Nachteile wie Versandkosten, Steuern und Wartezeiten. Der physische Handel kann seine Stärken zu seinem Vorteil einsetzen und Besonderheiten anbieten, die Kunden nur im Store selbst erhalten können, wie z.B. spezielle Rabatte.

Medly Pharmacy² ist ein pharmazeutisches Start-Up, welches die wohl langweiligsten Aspekte eines Verschreibungsmanagements kombiniert und es in eine Lösung umwandelt, die dem Kunden Freude bereitet. Das Konzept beinhaltet eine Applikation und eine Boutique, die sich wunderbar gegenseitig ergänzen. Kunden können mühelos online Rezepte ausfüllen, ohne das Haus verlassen zu müssen.

Allerdings ermöglicht ihnen die Boutique auch einen physischen Grund, um einen Face-to-Face-Termin mit den Pharmazeuten vor Ort zu vereinbaren. Und das passiert alles in einer modernen, angenehmen Umgebung, die den Fokus auf Design und Gemeinschaft legt – weit entfernt vom geschäftigen und manchmal zu stressigen Layout von normalen Drogeriemärkten.

 

kundenerlebnis-shoppingerlebnis

Stellen Sie Ihren Kunden in den Mittelpunkt

Selbst die innovativsten und technologischsten Unternehmen wie Amazon wissen, dass Kundenservice essenziell für jedes erfolgreiche Business ist. Eines von Amazon´s interessantesten Projekten ist der Buchladen³, welches zu einer Zeit initiiert wurde als Buchläden geschlossen haben, wo man nur hinblickte. Anders als traditionelle Buchläden, verbindet Amazon Bewertungen, Vorbestellungen und Kundenbeliebtheit, um eine hoch kuratierte Selektion anzubieten. Unter jedem Buch sind reale Kundenbewertungen von der Webseite präsentiert (Rechtschreibfehler inkludiert). Diese Vorgehensweise bietet eine authentischere Alternative zu den meist aufgesetzten Verkaufsgesprächen und gibt den Käufern einen besseren Einblick in den Wert für das Produkt, basierend auf den Erfahrungen von anderen. Fühlt sich fast so an, als würde der beste Freund einem ein neues Buch empfehlen, oder?

 

Bauen Sie auf unersetzliche soziale Interaktion und Erfahrung

Sie haben vielleicht schon künstliche Intelligenz in Ihren Geschäften integriert, allerdings können diese niemals an die gute alte Konversation zwischen zwei (oder mehreren) Menschen herankommen. Menschen sind soziale Wesen. Im Handel sind Verkäufer nicht einfach nur Leute, die den Lagerbestand prüfen, sondern können als die ultimative und authentische Präsentation einer Marke angesehen werden.  

Wenn Sie in einen beliebigen Make-up-Laden (bspw. Sephora) hineinspazieren, sind die Chancen hoch, dass Sie Verkäufer und Kunden, über das gleiche Lieblingsprodukt reden hören und persönlichen Erfahrungsaustausch belauschen können. Da sie die Produkte in-und auswendig kennen, wissen diese Verkäufer genau, wie sie diese an den Kunden bringen können. Dies ist in vielerlei Hinsicht besser, als mit einem ChatBot zu kommunizieren, nicht wahr?

 

Nutzen Sie physische Räume, um Kunden zu begeistern

Das Schöne an physischen Räumen ist die Möglichkeit, den Kunden voll und ganz zu begeistern und ihm die Werte eines Unternehmens näher zu bringen, wie es ein einfaches Display niemals schaffen wird. Um sich auf die Make-up-Geschäfte zurückzuberufen: Nichts übertrifft einen erfolgreichen Kosmetikeinkauf, wenn man die Produkte selbst ausprobiert hat, vor allem wenn diese sehr teuer waren. Glossier, zum Beispiel, ist eine Beauty-Marke, welche im Onlinegeschäft gestartet ist, aber seitdem zahlreiche physische Stores in den vereinigten Staat sowie London eröffnet hat.

glossier-store-la

Seit seinem Debüt, hat Glossier eine Kultanhängerschaft und eine solide Identität erschaffen - bis zu dem Punkt, an dem sie wahrscheinlich auch gut die Millennial-Farbe Rosa als Markenzeichen hätten schützen können.

Daher ist es nicht überraschend, dass Glossier`s Geschäfte eine Repräsentation von genau dieser Identität darstellen: Die Wände sind in rosigen Pastellfarben gehalten und auch die Verkäufer tragen pinke Jumpsuits, um sich perfekt in das Gesamtbild einzufügen. Alles um den Laden herum schreit nur danach, auf Instagram gepostet zu werden – eine Marketingstrategie, die sehr effektiv ist.

Ähnlich dazu, können Stores Ihr Design dahingehend gestalten, dass die Werte Ihrer Kunden beachtet werden. So wie Glossier´s Produkte und die Leidenschaft für Pink, haben andere Unternehmen den Fokus auf Nachhaltigkeit gelegt, was von Pretty Me als Hot Topic gehandelt wird.

Vor allem Millennials interessieren sich für ethische Aspekte und umweltfreundliches Handeln mehr als jemals zuvor. Marken wie H&M hören da nicht weg: Nicht vor allzu langer Zeit, bot das Geschäft exklusive Rabatte für Kunden, die alte Kleidung zum Recyclen in den Store zurückbrachten. Dies wirkt sich nicht nur gut auf die Umwelt, sondern auf das Geschäft aus.


Sind Sie an smarter Technologie interessiert, die Ihre Handelsprozesse verbessern, um das Beste aus Ihren physischen Läden zu gewinnen? Informieren Sie sich über MockShop, unsere Software, die Ihnen hilft, Läden digital zu planen und Ihre Produktpalette zu visualisieren. Liefern Sie klare Visual Merchandising Richtlinien und machen Sie Ihr Geschäft zu einer unvergesslichen Erfahrung für Ihre Kunden.

 
Visual RetailingComment