Der Nachhaltigkeitstrend im Handel: Slow fashion vs. Fast Fashion

 
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Die Rolle von Unternehmen in der Gesellschaft verändern sich. Aufgrund von Gründen der Globalisierung und internationalen Aktivitäten von vielen Firmen, setzen viele Konsumenten einen Fokus auf die Reputation dieser Unternehmen. Der Einzelhandel ist hierbei keine Ausnahme – gerade Mode ist bekannt dafür, einen Großteil der globalen Verschmutzung zu übernehmen. Man könnte sagen, dass wir heutzutage in einem Muster von „nehmen-machen-verbrauchen“ festgefahren sind.

Im Durchschnitt kauft eine normale Person 60% mehr Kleidung als vor 15 Jahren, allerdings bleibt jedes Kleidungsstück nur etwa halb so lang in unserem Besitz. Warum ist das wohl so und wo geht der Rest der Kleidung hin? In den Vereinigten Staaten werden mehr als 15 Millionen Tonnen Abfall von gebrauchter Kleidung generiert. Diese Zahl hat sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt. ¹

Um es mehr ins rechte Licht zu rücken: Der jährliche Umwelteinfluss pro Haushalt ist äquivalent zu soviel Wasser, wie viel gebraucht wird, um 1000 Badewannen zu füllen und CO2-Austoß wie ein normales Auto bei 9556 Kilometern verbraucht.

 

Konsumentenverhalten bewegt sich in Richtung „Bewusste Entscheidungen“

Mak Remissa/Epa/REX/Shutterstock. Arbeiterinnen in einer kambodschanischen Nähfabrik

Mak Remissa/Epa/REX/Shutterstock. Arbeiterinnen in einer kambodschanischen Nähfabrik

Es ist offensichtlich, dass die Industrie handeln und sich verändern muss. Vor allem, da sich die Kunden schon von sich aus ändern und andere Ansprüche an Marken haben. Sie legen ein überlegteres Verhalten an den Tag, und denken zweimal nach, bevor sie bestimmte Artikel kaufen. Ein wichtiger Aspekt, den sie dabei beachten, ist Nachhaltigkeit.

Einem Bericht der British NGO Fashion Revolution² zufolge, informieren sich Verbraucher in Europas fünf größten Märkten (Deutschland, Vereinigtes Königreich, Frankreich, Italien und Spanien) über die sozialen und ökologischen Einflüsse einer Marke, bevor sie Einkäufe bei diesen tätigen. Die Hintergedanken, die sie dabei haben? Größtenteils erwähnten die Befragten Umweltschutz, Klimawandel und globale Armut als Punkte, über die sie sich die meisten Sorgen machen.

Eine Gruppe, die in dieser bahnbrechender Zeit, eine große Rolle spielt, sind die Millennials. Obwohl sie oft dafür kritisiert werden, egozentrische Charaktereigenschaften innezuhaben, sind es gerade sie, die den umweltfreundlichen Trend anführen.³

Eine Studie von der Mode-Webseite Lyst, welche über das letzte Jahr verteilt mehr als 100 Millionen Suchen analysiert hat, dass es einen 47% Anstieg gab von Suchen, die Stil und Ethik kombinierten, so wie „Veganes Leder“ oder „Biologische Baumwolle“. Des Weiteren hat sich im Allgemeinen die Annahme darüber geändert, dass umweltfreundliche Mode mehr „basic“, „öko“ oder „hippie“ aussehen muss, sondern tatsächlich modisch ist. Viele nachhaltige Marken folgen ebenfalls Modetrends, haben dabei aber immer im Hinterkopf, dass diese dafür designed sind, längerfristig bei der Kundin im Schrank zu hängen. Zeitlose Designs sind daher sehr gefragt bei nachhaltiger Mode.

 

Wie Nachhaltigkeit die Modebranche verändert 

Es haben schon viele Modefirmen angefangen, Nachhaltigkeit sehr ernst zu nehmen und ihren Strategieplan einzubinden. In 2017 haben 42 von 100 Marken nähere Informationen zu Ihren Zulieferern und Produktionsstätten veröffentlicht. Einer der größten Antriebsfaktoren der ganzen Nachhaltigkeit-Bewegung war der Aspekt der Differenzierung.⁴ Ein gutes Beispiel hierfür gibt Patagonia. Sie waren fähig, eine gewaltige und loyale Kundengrundlage zu schaffen. Dabei haben sie sich dabei stets allein auf nachhaltige Aspekte konzentriert, Produktentwicklungen, Kampagnen und Teilnahme an größeren Projekten über das Thema der sozialen Verantwortung von Unternehmen, miteingeschlossen.

 

Der Unterschied zwischen Slow fashion und Fast fashion

Was ist Slow Fashion? © Who What Wear

Was ist Slow Fashion? © Who What Wear

The Green Fashion Week⁵ beschreibt Fast fashion als „den Prozess des Imitierens von Trends und Styles von großen Namen auf dem Laufsteg.“ Diese Mode wird oft zu einem niedrigen Preis produziert, was Kunden eine schnelle Zugänglichkeit zu dieser Mode ermöglicht. Es können bis zu 11 verschiedene Kollektionen pro Jahr produziert werden, dennoch haben diese Kollektionen einen niedrigen Preis. Wie es dazu kommt? Wahrscheinlich deshalb, weil die Kleidung durch unethischen Praktiken ins Leben gerufen werden. Die meisten Fast fashion Marken produzieren an Orten wie Bangladesch, Kambodscha und Indonesien, wo sie Gebrauch von billigen Arbeitskräften machen, wenn Arbeiter oft nicht mehr als $12 pro Monat erhalten. Ganz zu schweigen von den umweltschädlichen Einflüssen.

 

Es gibt verschiedene Wege, nachhaltig zu handeln

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie Marken an nachhaltigen Aktionen teilnehmen können. Ein Weg ist, die Bekanntheit und das Bewusstsein für das Thema zu erhöhen. Dies kann man zum Beispiel an Marken wie Lacoste⁶ sehen, die mit ihrer „Save our species“-Kampagne auf innovative Art und Weise Engagement in der Artenkonversation etablieren wollten. Sie tauschten ihr Kult-Krokodillogo gegen 10 gefährdete Tiere wie zum Beispiel den Sumatra-Tiger oder den Anegada Rock Iguana. Andere Marken spenden einen Anteil ihres Umsatzes für Organisationen, die gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.

Es gibt Stimmen, die diesen Beitrag nicht als vollkommen nachhaltig akzeptieren. Diese Art, so zu tun als wäre man nachhaltig, obwohl man immer noch von billigen Arbeitskräften produzieren lässt oder bei der Herstellung nicht auf ökologische Materialien achtet, wird auch als „Greenwashing“ bezeichnet.

Seitdem sich in den letzten Jahren der „GoGreen“ Trend stark verbreitet hat, haben Unternehmen wie Zara oder H&M Recycling-Programme eingeführt: Kunden können alte Kleidung, die sie nicht mehr tragen, zurückbringen und einen Gutschein erhalten, den sie direkt wieder im Laden verbrauchen können. Kann man dies wirklich als erfolgreiches Recyclen bezeichnen? Wieder wird nur für mehr Konsum angetrieben. Darüber streiten sich die Geister.

Die Schuhmarke TOMS⁷ gibt für jedes verkaufte Paar Schuhe, ein Paar an ein Kind in Armut. Über die Jahre hat sich dieses Konzept auch auf weitere Kollektionen ausgebreitet. So verkauft TOMS zum Beispiel Sonnenbrillen und versorgt mit jedem verkauften Paar einen Menschen mit ärztlicher Unterstützung im Bereich Optik. Sie verkaufen außerdem auch Kaffeebohnen ). Mit Verkäufen von TOMS Roasting Co. werden Wassersystem in 7 Ländern unterstützt. Ihr Slogen spricht für sich selbst: One for One.


Das Gesamtpaket

Kampagne der nachhaltigen Modemarke ArmedAngels

Kampagne der nachhaltigen Modemarke ArmedAngels

Andere gehen noch einen Schritt weiter und integrierigen nachhaltiges Denken in jedem Aspekt ihrer Belieferungskette: die alleinige Produktion von umweltfreundlichen und ökologischen Materialien, Produktion in Arbeitsstätten, die ethisch vertretbar sind und das Finden von innovativen Möglichkeiten, dieses Denken weiter auszubauen.

ArmedAngels hat sich verpflichtet, wiederverwertbare Materialen und erneuerbare Ressourcen zu nutzen. Das ist wahrscheinlich, was man am meisten als nachhaltige Marke beschreiben kann. Aber können Sie Kleidung, die vielleicht in ethischer und ökologischer Weise hergestellt wurden, wirklich als komplett nachhaltig definieren, wenn diese einen langen Weg über die ganze Welt hinter sich gebracht haben, um dort anzkommen, wo sie hinsollen? Was ist mit dem CO2 Ausstoß, der für diesen Transport ausgestoßen wird?⁸

 

Die Wahrheit ist…

Kein Modekauf kann wirklich getätigt werden ohne jegliches – so klein es auchs ein mag – Fehlverhalten. Darauf spezialisierten Mode-Webseiten können Ihnen vielleicht die besten nachhaltigen Marken anbieten, trotzdem müssen diese immer noch zu ihnen geliefert werden.

Es gibt keinen Weg, der Sie alles zu 100% richtig machen lässt. Dennoch hat Mode sicherlich einen enormen Einfluss darauf, wie unsere Umwelt weiterhin geformt wird.

Was sind Ihre Gedanken zu Unternehmen, die nachhaltig denken? Haben Sie beim Kauf von Kleidung denn deren Herstellung und die Auswirkungen auf die Umwelt im Hinterkopf? Teilen Sie Ihre Meinung in unseren Kommentaren!

Quellen

¹ (The Balance Smb)  ; ² British NGO Fashion Revolution ; ³ The Ecologist ; ⁴ Business of Fashion ; ⁵ The Green Fashion Week  ; ⁶  Lacoste ; ⁷  ; ⁸ Eluxe Magazine


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Wussten Sie, dass sie schon etwas nachhaltiger handeln können, indem Sie unsere Technologien benutzen?

Keine Papierverschwendung mehr aufgrund von zahlreichen Visual Merchandising Richtlinien. Reduzieren des CO2 Ausstoßes durch Transport von diesen Richtlinien zu den individuellen Geschäftsstellen. Sie können umweltfreundlicher handeln, wenn sie weniger reisen. Anstatt jedes Geschäft einzeln und mehrmals zu besuchen, können Sie Feedback visuell und digital erhalten. Lernen Sie mehr über MockShop und ShopShape und wie diese Produkte Ihre Geschäftsprozesse vereinfachen können, damit Sie in Ihrem Unternehmen nachhaltiger agieren können.

Mit unserer Digitalen Showroom Technologie SampleRoom gehen weniger Musterteile verschwendet, da sie Kollektionen ganz einfach digital erstellen können.

 
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